"Süd Games": tolle Premiere mit hohem Wachstums-Potenzial

Rund 450 Athletinnen und Athleten finden in Ulm perfekte Bedingungen vor.

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Es war eine Premiere, wie sie hätte nicht besser verlaufen können: eine tolle Zuschauerkulisse, ein beachtliches Leistungs-Level und eine Organisation, die für einen "angenehmen und reibungslosen Ablauf" (Köksal Cakir) gesorgt hatte. Nicht nur deswegen war sich der KVBW-Landestrainer für den Kumite-Bereich sicher, dass die "Süd Games" in den kommenden Jahren "weiter wachsen und sich somit etablieren werden" - zumal die ersten Rückmeldungen der Heim-Trainerinnen und -Trainer sowie der Landes-Trainerinnen und -Trainer ausnahmslos positiv ausgefallen waren.

Karatekas aus Nepal, Indien, Australien und Georgien am Start

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Teilweise bis zu 1.000 Personen hatten sich in der Veranstaltungs-Halle in Wiblingen aufgehalten

In Ulm, wo die "Ur-Aufführung" der gemeinsamen Veranstaltung von KVBW und BKB (Bayerischer Karate Bund) ausgetragen worden war, hatten die Verantwortlichen des KVBW um Sportwart Svjatoslav Prokop und KVBW-Schatzmeister Rainer Wenzel (er hatte mit seinem Verein Karate Nippon Ulm für die Ausrichtung verantwortlich gezeichnet) einerseits sowie die BKB-Verantwortlichen mit Roland und Timo Lobinger an der Spitze andererseits für exzellente Bedingungen gesorgt - so dass die rund 450 Teilnehmerinnen und Teilnehmer von der U12-Altersklasse bis zu den "Masters" keine Wartezeiten hatten.

Mit Athletinnen und Athleten aus Nepal, Indien, Australien, Georgien, Österreich, der Schweiz, Italien, Lichtenstein und Luxemburg war das Feld der Teilnehmenden zudem höchst international besetzt gewesen. Letzteres hatte auch für einige der 40 Kampfrichterinnen und Kampfrichter gegolten.

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Anton Klotz (links) und Wolfgang Weigert (rechts) hatten mit ihrer Präsenz in Ulm den Stellenwert der Veranstaltung kenntlich gemacht

Dass die "Süd Games" nicht irgendeine Veranstaltung unter vielen sein würde, hatte die Anwesenheit der beiden Landesverbands-Präsidenten, Anton Klotz für den KVBW und Wolfgang Weigert für den BKB, verdeutlicht. Nach ihren kurzen Eröffnungs-Statements, in denen sich beide unter anderem deutlich gegen Rechtsextremismus und Rassismus positioniert hatten und dieses Bekenntnis kurze Zeit später mit einem Banner ("Karate beginnt und endet mit gegenseitigem Respekt") auch plakativ zum Ausdruck gebracht worden war, waren es die Sportlerinnen und Sportler gewesen, die in den Mittelpunkt des Geschehens gerückt waren. Gleichwohl hatte es sich Anton Klotz nicht nehmen lassen, im Laufe des Tages die Siegerehrungen vorzunehmen.

Jona Berger revanchiert sich und bezwingt Fabian Straub im Finale

Aus sportlicher Sicht hätten die für den KVBW-Landeskader Nominierten die Erfolge gehabt, "die ich mir erhofft hatte", so Cakir. Auch im Kata-Bereich hatten die "Ba-Wüler" die Erwartungen erfüllt. So war beispielsweise das Finale in der Leistungsklasse eine baden-württembergische Angelegenheit zwischen Jona Berger und Fabian Straub. Im Gegensatz zu den Deutschen Meisterschaften, als sich Straub und Berger im Duell um Bronze gegenübergestanden hatten und seinerzeit Straub das bessere Ende für sich gehabt hatte, war es diesmal Berger gewesen, der mit der höheren Punktzahl bedacht worden war.

Die Leistungen seien in allen Kata-Altersklassen sehr stark gewesen, hatte das Fazit von Lena Staiger gelautet. Beeindruckt hatte sich die KVBW-Landes-Assistenz-Trainerin vor allem von den U14-Mädchen gezeigt. In dieser Altersklasse seien "sicherlich ein paar künftige Medaillen-Gewinnerinnen dabei gewesen".

Wie eng und spannend es dort zugegangen war, war an den Resultaten von Luisa Schaudig und Zoe Schulz deutlich geworden: So hatte Schaudig ihren Pool hinter der späteren Siegerin, Hannah Biedemann vom BKB, als Zweite abgeschlossen - und war dabei auf dieselbe Punktzahl wie Biedemann gekommen. Und im Halbfinale hatte sich Schulz der Erstplatzierten, die jüngst den dritten Platz bei der Youth League in Porec errungen hatte, nur mit 0,1 Punkten Differenz geschlagen geben müssen.

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Das Kata-Podium der Leistungsklasse: Fabian Straub, Jona Berger, Sebastian Becker und Rayan Ziza (von links)

32 Medaillen für den KVBW-Kader - darunter zwölf in Gold

Für den KVBW-Kader hatten am Ende 32 Medaillen zu Buche gestanden: zwölf in Gold, 14 in Silber und sechs in Bronze. Gleich zweimal aufs Podium gebeten worden waren Andrej Kistner (Kata & Kumite), Lilli Gallert (Kata & Kumite) und Sefo Sejfic (Kumite). Auch Madeleine Mostert (Zanshin Academy) war mit zwei Podiums-Plätzen (Kata & Kumite) nach Hause gefahren.

Mit Tamara Reimann und Fabienne-Sophie Reimann (Shotokan Esslingen / U12 / -36 Kilogramm), die beide auf Platz eins notiert worden waren, sowie Mia Will und Lea Will (Shintaikan Villingen), die Platz eins (Mia) und Platz drei (Lea / U14 / -47 Kilogramm) belegt hatten, hatten zudem zwei Geschwister-Paare Grund zur Freude gehabt.

Die Top-Drei-Platzierungen der Landeskader-Athletinnen und -Athleten:

Platz eins

Lana Werner (U12 / +36 Kilogramm) Ammiel Boskovic (U14 / -40 Kilogramm) Mia Will (U14 / -47 Kilogramm) Yuna Schabert (U14 / +52 Kilogramm) Evelyn-Sophie Kostbar (U16 / -61 Kilogramm) Lilli Gallert (U16 / +61 Kilogramm) Maksym Surhan (U16 / -63 Kilogramm)

Artem Parkhomenko (U16 / +70 Kilogramm) Tamara Reimann (U18 / -48 Kilogramm) Sefo Sejfic (U21 / +75 Kilogramm) Nikolai Sekot (+84 Kilogramm) Jona Berger (Kata)

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War die Beste in der Gewichtsklasse +36 Kilogramm: Lana Werner (Zweite von links)

Platz zwei

Amelia Aksoy (U12 / Kata) Yusuf Jaber (U12 / -32 Kilogramm) Andrej Kistner (U14 / -40 Kilogramm) Milan Holletschek (U14 / -45 Kilogramm) Mina Bielz (U14 / -47 Kilogramm) Nives Podvorec (U16 / -47 & -54 Kilogramm) Ceylin-Nida Gündüz (U16 / +61 Kilogramm) Illia Borysenko (U16 / -70 Kilogramm) Lilli Gallert (U16 / Kata) Fynn Alf (U18 / -55 & -61 & -68 Kilogramm) Le Anh Phong Nguyen (U18 / -76 Kilogramm) Lauryl Azoo Adjibi (U21 / -75 & -84 Kilogramm) Seyd-Arta Nekoofar (U21 / Kata)

Fabian Straub (Kata)

Platz drei

Micah Thomas (U12 / -38 Kilogramm) Lennart Scholl (U12 / Kata)

Kevin Lehmann (U14 / -40 Kilogramm) Zoe Schulz (U14 / Kata) Andrej Kistner (U14 / Kata)

Sefo Sejfic (+84 Kilogramm)


Autor: Dirk Kaiser Fotos: Andreas Reinhardt

<2024-07-09>